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Schlechte Zeiten für Dilldappen

Die „Aktion Saubere Landschaft“ brachte ein seltsames Werkzeug zum Vorschein, den sogenannten Klopfstock, hinter dem sich schaurige Dramen verbergen.

Anhand einer Karte von 1907 konnten wir den genauen Fundort des gut erhaltenen Exemplars orten. Mit ihm wurden die Dilldappen im Mittelalter gejagt und erschlagen. Es war die Zeit der Hexenverbrennungen. War mal keine Hexe zum Verbrennen da, vertrieb man sich die Zeit beim Dilldappenklopfen. Der damalige Brauch seiner umworbenen Geliebten eine Dilldappe zum Geschenk zu machen, um sie zu beeindrucken, trieb die Burschen ständig auf’s Moos. Zuerst klopfte man damit in unregelmäßigem Takt so lange auf den Boden, bis die ersten neugierigen Dilldappen erschienen. Hatten sich dann genügend Tierchen versammelt, spähte man sich eine aus und schlug ihr mit den Klopfstock herzhaft auf den Kopf. Nun begann die wirkliche Mutprobe. Wollte man das begehrte, erschlagene Tierchen greifen, rasten die anderen Artgenossen wie besessen auf den Täter zu, quiekten und pfiffen in den schrillsten Tönen und bissen nach allem was irgendwie hervorstehend war. Wer nicht schnell genug war, hatte verloren.

Es war wohl die dümmste Art sich auf Dilldappen einzulassen. So kam es, dass viele Burschen nicht mehr nach Hause kamen, teils weil sie die Trophäe nicht hatten, oder weil sie ihrer Geliebten das Gewünschte nicht mehr bieten konnten. Deshalb geriet der Klopfstock ziemlich schnell aus der Mode und in Vergessenheit.

Schwenningen 1907

Tags: Dilldappenforschung
1 Kommentar

Eine Antwort zu “Schlechte Zeiten für Dilldappen”

  1. Siggi D. sagt:

    Na dann scheint es ja geklärt zu sein, weshalb heutzutage nur noch so wenige Dilldappen gesichtet werden. Wenn es früher der Brauch war, einer Dame mit einer Dilldappe den Hof zu machen, so dürfte das die Dilldappen fast bis zum Punkt der Ausrottung getrieben haben.
    ODER die heutigen Dilldappen haben es immer noch im Blut, sich nicht (mehr) auf Menschen einzulassen und verstecken sich besonders gewitzt, sodass man glaubt es gäbe keine mehr. Wer weiß …..

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8
07
2010

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